Mono Recordings
Wagna 2013
Der »Sir« (ich muss ihn einmal fragen wie er zu diesem »Titel« gekommen ist) eröffnete nicht nur das diesjährige MURTION Festival, sondern brachte in seinem Gepäck auch gleich ein neues Album aus der Südsteiermark mit. Seine Heimat bespielt er 23 Jahre lang, und jetzt war es so weit, die Früchte zu ernten. Das Durchhalten hat sich gelohnt, denn die Fans kamen zahlreich auf den Grazer Mariahilferplatz, um ihn zu hören.
Und er hat ihn, den Blues, seit den 90-ern, hat ihn genau so wie die Steirer Leo Kyséla und Ripoff Raskonikov. Nun, da er am 6. Februar 1966 in Wagna geboren wurde, ist er zwar etwas jünger als die Vorgenannten, musiziert jedoch in derselben Tradition, die die Traurigkeit des Blues Gitarristen auch und gerade in der „grünen Mark“ bis in das letze Winkerl ergriffen hat.
Warum auch nicht. Man liebt die sanften Balladen, man geniesst seinen Liebeskummer, man schwelgt in der Vergangenheit – und ein bissl ein Pfeiferl darf auch dabei herumgereicht werden. So ist das Leben, nicht wahr? Hart und weich zugleich, sagt Boris Bukowski. Und immer schön! Doch zurück zur vorliegenden Neuerscheinung.
„Devils Monkeys Aliens“ ist bereits das 23. Album des Künstlers, wenn ich mich nicht verzählt habe. Ob so viele Veröffentlichungen nicht schon inflationär bewertet werden, kann ich nicht beurteilen, weil ich ausser dem kürzlichen Live-Auftritt nur zwei seiner neueren CDs kenne, da in Australien leider nichts von ihm im Radio lief. Es ist kein gefälliges Album, obwohl es auf einer stimmigen Kooperation der beiden gekonnt bearbeiteten Gitarren von Mally und Schwinn basiert, wie das Video Beispiel „Devil’s Child“ aus dem Vorjahr recht deutlich demonstriert. Der Rhythmus der beiden Vollblut-Musiker fährt voll ab. Aber die Lyrics sind schwarz und böse.
Komponiert sind die Stücke zum Großteil von Oliver Mally selbst, einige von Frank Schwinn oder beiden Singer-Songwriters. Nur „The Cape“ stammt aus fremder Feder, nämlich Guy Charles Clark, Susanna Clark und Jim Janosky. Die elf Songs reihen sich in interessanten Abfolge. „Devil’s Gone Fishing“ etwa, oder „One Note And You’re Dead“ stehen vor „Nasty Habits“, dann ist man gar „Trapped“ und hat den „Monkey On My Back“ im „Jungle Land“. Schließlich lädt man ein „Aliens Please Come“, geht aber in 6:27 Minuten ohne zurückzublicken in „Ain’t No Looking Back“. Hört selbst.
»Sir« Oliver Mally & Frank Schwinn „Devils Monkeys Aliens“ | Foto © 2013 Gerald Ganglbauer, Video © 2012 Oliver Mally.





Last night I saw The Base again, this time in a completely different environment, the „Hör- & See- Bühne“ of the Austrian Broadcaster, ORF, nicely playing a couple of tunes between readings of poetry and prose. It was interesting to watch the elderly audience, mostly folks who had been coming to listen to a well known poet, yet found themselves in a rock concert, well, almost. I thought they liked it though, as the queue at the CD stand was longer than the one at the bookseller. Most of the performed songs (like the hit „Not My Dog“) can be found on a somewhat „Best Of The Base“ album: „15 for the Jukebox 1996–2008“.
Gestern Abend war ich bei der Release Show des neuen Base Albums Where is My Weather im Grazer p.p.c., einem Venue, den ich bisher nur vom Hörensagen kannte und der sich mir als eine angenehme Überraschung präsentierte. Publikum, wo ich mich nicht als Großvater zu fühlen brauchte (unter anderem steuerte Werner Krause auf mich zu und begrüßte mich herzlich), trotz vollem Haus kein zu großes Gedränge und alles in rauchfreier Luft. Wer unbedingt rauchen musste, konnte das im Ghetto hinter Glas im hinteren Bereich tun. Freundliche Security und Barbedienung, solide Bühnentechnik (ich kletterte beim Fotografieren darin herum), eine geniale Lightshow und perfekter Sound.



Eigentlich verrät – nomen est omen – der Titel dieses Albums bereits alles. Neu: Meint wohl zeitgenössische „Garage Band“ Musikprogrammierung, sehr tanzbar, gut stampfbar. Seltsam: Das ist dieses Werk in der Tat. Nicht einzuordnen, der Zuhörer fühlt sich fast auf den Arm genommen. Österreich: Darin steckt Heimat, Volksmusik, „Binder-Krieglstein, ein echter Österreicher“, wie bereits auf einem früheren Album statuiert wurde.„Und jeder fragt mit stillem Graus, was kommt da wohl einmal heraus?“ (Eugen Roth) Nun ja. Ein sehr schräger Mix, unterstützt von einem launigen Wilfried in „Bratlgeiger“, Karl Gründling, Heimo Mitterer (von Portnoy), Mieze Medusa, Didi Bruckmayr, Molto Mosso (ach, allein wie diese Namen auf der Zunge zergehen), Christian Fuchs, sowie suzy on the rocks & Steirischer Jägerchor (von Bunny Lake). Und natürlich leiht Rainers Partner Makki auch auf diesem Album einigen Tracks wieder ihre starke Stimme.
Ist es einfacher, über Musik zu schreiben, wenn man die Musiker persönlich kennt und schätzt – ich kenne Rainer schon seit seinem ersten Soloalbum (International, 2002) und seinem Auftritt bei unserem Verlagsfest im Jahr 2004 – oder nimmt man dann gar eine zusätzliche Hürde, um objektiv zu bleiben? Ich bin mir nicht sicher und höre erst einmal rein in die „Jugend“, Binder & Krieglsteins fünftes Album. Einige Nummern habe ich voriges Jahr schon in der Postgarage live gehört, aber man ist ja nicht so kritisch wenn man vor der Bühne abtanzt, wie beim genauen Hören im Wohnzimmer oder Auto.

Im April 2013 habe ich bei einem Besuch von pumpkin records in Wies ein neues, noch unveröffentlichtes Album von Matthias Forenbacher gehört, einem Grazer Musiker, den ich noch gar nicht kannte, und sofort die Ohren gespitzt. Er wisse nicht, wann er mit der Arbeit im Tonstudio fertig würde, er sei eben ein Perfektionist.
Noch eine Grazer Band, die unter meinem Radar geblieben ist und die mich neulich irgendwie überrascht hat. Erwartet man sich von jungen Leuten zumeist zeitgenössische Klänge, so hört man von diesem Quartett die 80er Jahre heraus, eine musikalische Epoche, als die Bandmitglieder noch gar nicht geboren waren. Aber sie hört sich gut an, denn Rockmusik bleibt Rockmusik und sie wird von der Band solide gespielt. Das Debutalbum „Undressed Clowns“ sammelt Eigenkompositionen, nur auf der Bühne werden Coverversionen dargebracht.

The CD arrived yesterday from London. Chi Wara Music had sent it through Royal Mail, which took 19 days to reach Austria. Amazing. Sydney is much further away, yet Australia Post is much faster. Chi Wara manage the in my part of the world unknown singer songwriter Franka De Mille, and they felt that she might be „of great interest to our readers“. Sounded a bit pushy, but it made me curious and we ordered her album for review anyway.