Kayomi – Kayomi

Kerberos Records
Wien, 18.6.2021

Ein Debütalbum zu besprechen, ist immer ein gewagter Versuch. Noch größer ist das Risiko, wenn man die Band nicht kennt, keines ihrer Konzerte gehört hat – was in Zeiten der Corona Pandemie gar nicht verwundert – und daher ausschließlich auf die Musik auf einem Tonträger angewiesen ist.

Die Verpackung der CD liefert weitere Anhaltspunkte. Das auf wenige Farben auf schwarzem Hintergrund reduzierte abstrakte Cover trägt nur das geheimnisvolle Wort KAYOMI in Stencelschrift genau in der Mitte, wie auf einer Kiste. Ein auf teuflischem Rot gedrucktesTextheft mit ausnahmslos englischen Lyrics liegt bei. Ist das eine Band aus Wien oder sind das Südseepiraten? Sehen wir sie uns einmal an.

Foto: Bettina Pscheidl

Im FM4 Soundpark definieren sich die fünf Musiker als „Vienna’s own indie rock combo – rooted in the vast legacy of rock“, und weiter, dass sie nicht einfach nur Musik machen, sondern Klangräume schaffen, die das Publikum einbinden. Und dazu fehlt den Bandmitgliedern weder die Ausbildung (Vienna Music Institiut, Musikschule Ottakring) noch das zusätzliche berufliche Engagement, sei es als Musiklehrer, im Kammerorchester oder in der Bigband.

Alexander Kuroll (Sänger, Gitarrist, Texter und ehemaliger Sängerknabe), Alexander Distl (Schlagzeug), Christian Woltron (Flötist und Sänger), Georg Pinter (Bass) und die queere Juliane Weselka (Saxophonistin und Sängerin) machen seit 2019 soliden Rock, fetzige Tanzmusik, die auch inhaltlich Bedeutung hat. Die zwölf Songs auf dem Album sind „eine Fahrt im Mondlicht für die scheinbar ausweglosen Momente auf nächtlichen Straßen“. Im Song „Heal Me“ wird das Quintett quasi zu einer Selbsthilfegruppe für Mental Illness.

Auch die Gottesanbeterin „Yomi“, die sich Juliane als Haustier hält, findet sich im Song „Praying Mantis“, „I’m inside you, sucking up what you offer…“ Autsch.

Offizielle Band Website kayomimusic.com

Gerald Ganglbauer

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