Alma – Oeo

col legno music
Wien 2017

… irgendwo zwischen Heimaterde und einem dunklen All.“ (Valerie Fritsch)

Wenn man  Transalpin, Almas zweite CD, sehr spannend fand, schraubt es die Erwartungshaltung für ein drittes Album hoch. Wenn man dann noch lange Zeit auf die Zusendung gewartet hat, steigt sie bis ins „dunkle All“. Dieser hohen Anforderung, aus drei Violinen, einer Knöpferlharmonika und einem Kontrabass etwas absolut Neues zu kreieren, wird Oeo nicht gerecht. Alma greift mit diesem Album nach den Sternen, aber verliert sich darin, ohne sie zu erreichen.

Ich habe die CD gleich aus dem Postkasten ins Auto mitgenommen, jedoch beim ersten Abspielen nichts gehört, was meine Aufmerksamkeit von der Straße abgelenkt haben könnte. Oeo ist eine brauchbare Sammlung bodenständiger Hausmusik, vom Jodler bis zum Landler mit einem Schuss Gegenwart, nervt und/oder langweilt gelegentlich auch inmitten schier endloser Schleifen und bietet keine wirklichen Überraschungen. Die instrumentalen Möglichkeiten eines Quintetts sind klarerweise begrenzt, also müssten die Stimmen aushelfen, aber davon gibt es wenige auf Oeo. Mir fehlt das harmonische Jodeln von Transalpin. Erst auf dem Rückweg fiel mir dann ein Stück mit Gesang auf, „Questa Mattina“, ein italienisches Volkslied. Danach plätschert es wieder weiter bis zum „unbekannten Frieden“, einer Träumerei außerhalb unseres Planeten, und versickert.

Tut mir leid, ich hätte Oeo sehr gern gelobt, aber ich kann es nicht. Ich hoffe aber, dass die Band dies als konstruktive Kritik auffasst und im vierten Album wieder ihren Weltmusik-Kurs ins Universum einschlägt.

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