col legno music
Wien 2017
„… irgendwo zwischen Heimaterde und einem dunklen All.“ (Valerie Fritsch)
Wenn man Transalpin, Almas zweite CD, sehr spannend fand, schraubt es die Erwartungshaltung für ein drittes Album hoch. Wenn man dann noch lange Zeit auf die Zusendung gewartet hat, steigt sie bis ins „dunkle All“. Dieser hohen Anforderung, aus drei Violinen, einer Knöpferlharmonika und einem Kontrabass etwas absolut Neues zu kreieren, wird Oeo nicht gerecht. Alma greift mit diesem Album nach den Sternen, aber verliert sich darin, ohne sie zu erreichen.
Ich habe die CD gleich aus dem Postkasten ins Auto mitgenommen, jedoch beim ersten Abspielen nichts gehört, was meine Aufmerksamkeit von der Straße abgelenkt haben könnte. Oeo ist eine brauchbare Sammlung bodenständiger Hausmusik, vom Jodler bis zum Landler mit einem Schuss Gegenwart, nervt und/oder langweilt gelegentlich auch inmitten schier endloser Schleifen und bietet keine wirklichen Überraschungen. Die instrumentalen Möglichkeiten eines Quintetts sind klarerweise begrenzt, also müssten die Stimmen aushelfen, aber davon gibt es wenige auf Oeo. Mir fehlt das harmonische Jodeln von Transalpin. Erst auf dem Rückweg fiel mir dann ein Stück mit Gesang auf, „Questa Mattina“, ein italienisches Volkslied. Danach plätschert es wieder weiter bis zum „unbekannten Frieden“, einer Träumerei außerhalb unseres Planeten, und versickert.
Tut mir leid, ich hätte Oeo sehr gern gelobt, aber ich kann es nicht. Ich hoffe aber, dass die Band dies als konstruktive Kritik auffasst und im vierten Album wieder ihren Weltmusik-Kurs ins Universum einschlägt.


Nach dem ersten Stück im ersten Set war ich etwas planlos. Die vier Musiker spielten zwar vom Blatt, aber jeder für sich mit geschlossenen Augen. Mon dieu, war das nun Freejazz, worauf ich mich hier unvorbereitet eingelassen hatte? Keine Spur, den Ohren der Zuhörer im Stockwerk Graz wurden Kompositionen geliefert, die klare Strukturen erkennen ließen, wenngleich diese auch ständig wechselten. Creative Jazz aus den United States war eben anders als europäischer oder australischer Jazz.


Holler My Dear (Laura Winkler, Stephen Moult, Fabian Koppri, Valentin Butt, Lucas Dietrich, Elena Shams) haben nun nach drei Jahren ihr drittes Album im Orpheum Extra vorgestellt. Beim Launch ihrer zweiten CD 

Das Trio rund um den atemberaubend virtuosen Trompeter ist schon jetzt eine der erfolgreichsten Jazzbands, die das Land in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Mittlerweile waren Mario Rom und die Seinen mit ihrer so unbekümmerten wie ungestümen Musik schon auf der halben Welt zugange. Gerade erst waren sie in Kanada, Marokko, Indien und in Admont, wo sie ihr neues – drittes – Album präsentiert haben.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, heisst es. Als ich Paul Pflegers neues Album Jaws auflegte, musste ich mich erst einmal vergewissern, dass ich die richtige Tonquelle gewählt hatte, so sehr überrascht war ich von der Musik seiner Band Stereoface. Was da aus den Lautsprechern kam, war feinster Rock, der aus den 70er/80er Jahren hätte sein können. Nun ja, man muss wissen, Pauls Vater Ewald „Sunny“ Pfleger ist Gitarrist und Songschreiber bei OPUS. Ich habe beide einmal gemeinsam bei einem Benefizkonzert in der Grazer Oper auf der Bühne gesehen. Dass Paul die Plattensammlung seines Papas gehört und diese Songs sehr genau studiert haben muss, war, wie gesagt, eine Überraschung. Schließlich erwartet man vom Nachwuchs Hip-Hop, Techno oder sonst etwas elektronisches … eben alles, nur nicht Rockmusik mit „richtigen“ Instrumenten, wie sie noch von ihren Eltern gespielt wurden.

Bazaar ist das persische Wort für Markt. Wie das deutsche Wort bezeichnet Basar sowohl die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage als auch den Handelsplatz, der hinsichtlich seiner Gestaltung, Lokalisierung und Funktion spezifische Charakteristika hat. Wenn man in das neue Album von The Base hineinhört, muss man sich das vor Augen halten, obwohl die Lyrics sich nicht oder kaum darauf beziehen. Aber what the f . . . ist ein versteckter VJ? (Hab mich schlau gemacht: ein Video Jockey)
Wer in der Popmusik überleben will, muss drei Kriterien erfüllen.
