»Sir« Oliver Mally & Frank Schwinn – Devils Monkeys Aliens

Mono Recordings
Wagna 2013

Der »Sir« (ich muss ihn einmal fragen wie er zu diesem »Titel« gekommen ist) eröffnete nicht nur das diesjährige MURTION Festival, sondern brachte in seinem Gepäck auch gleich ein neues Album aus der Südsteiermark mit. Seine Heimat bespielt er 23 Jahre lang, und jetzt war es so weit, die Früchte zu ernten. Das Durchhalten hat sich gelohnt, denn die Fans kamen zahlreich auf den Grazer Mariahilferplatz, um ihn zu hören.

Und er hat ihn, den Blues, seit den 90-ern, hat ihn genau so wie die Steirer Leo Kyséla und Ripoff Raskonikov. Nun, da er am 6. Februar 1966 in Wagna geboren wurde, ist er zwar etwas jünger als die Vorgenannten, musiziert jedoch in derselben Tradition, die die Traurigkeit des Blues Gitarristen auch und gerade in der „grünen Mark“ bis in das letze Winkerl ergriffen hat.

Warum auch nicht. Man liebt die sanften Balladen, man geniesst seinen Liebeskummer, man schwelgt in der Vergangenheit – und ein bissl ein Pfeiferl darf auch dabei herumgereicht werden. So ist das Leben, nicht wahr? Hart und weich zugleich, sagt Boris Bukowski. Und immer schön! Doch zurück zur vorliegenden Neuerscheinung.

„Devils Monkeys Aliens“ ist bereits das 23. Album des Künstlers, wenn ich mich nicht verzählt habe. Ob so viele Veröffentlichungen nicht schon inflationär bewertet werden, kann ich nicht beurteilen, weil ich ausser dem kürzlichen Live-Auftritt nur zwei seiner neueren CDs kenne, da in Australien leider nichts von ihm im Radio lief. Es ist kein gefälliges Album, obwohl es auf einer stimmigen Kooperation der beiden gekonnt bearbeiteten Gitarren von Mally und Schwinn basiert, wie das Video Beispiel „Devil’s Child“ aus dem Vorjahr recht deutlich demonstriert. Der Rhythmus der beiden Vollblut-Musiker fährt voll ab. Aber die Lyrics sind schwarz und böse.

Komponiert sind die Stücke zum Großteil von Oliver Mally selbst, einige von Frank Schwinn oder beiden Singer-Songwriters. Nur „The Cape“ stammt aus fremder Feder, nämlich Guy Charles Clark, Susanna Clark und Jim Janosky. Die elf Songs reihen sich in interessanten Abfolge. „Devil’s Gone Fishing“ etwa, oder „One Note And You’re Dead“ stehen vor „Nasty Habits“, dann ist man gar „Trapped“ und hat den „Monkey On My Back“ im „Jungle Land“. Schließlich lädt man ein „Aliens Please Come“, geht aber in 6:27 Minuten ohne zurückzublicken in „Ain’t No Looking Back“. Hört selbst.

»Sir« Oliver Mally & Frank Schwinn „Devils Monkeys Aliens“ | Foto © 2013 Gerald Ganglbauer, Video © 2012 Oliver Mally.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: