Martin Listabarth – Dedicated

Listabarth Records
Wien 2021

Cover von „Dedicated“

„Short Stories“ ist der Titel am Cover des Debütalbums von Martin Listabarth, „Dedicated“ auf seinem zweiten, und beides stimmt. Als ich die zehn Stücke des Wiener Pianisten und Komponisten live im Grazer tube’s erlebte, dachte ich sogleich an Kurzgeschichten, die er mit jeder Taste des Konzertflügels virtuos erzählt. „Dedicated“ ist noch präziser, denn jedes der Stücke ist einer Person gewidmet, die in seinem Leben eine Bedeutung hatte und Inspiration für die jeweilige Komposition war. Eine interessante Liste, von zeitgenössischen Erzählern wie Michael Köhlmeier zu Alan Turing, dem Mathematiker, der den Code der Nazis entschlüsselte, vom Fußballstar Diego Maradona bis zur früh verstorbenen Oma, die er nur von Bildern kannte.

Cover von „Short Stories“

Wie nahe sich Sprache und Musik kommen können, beweist er im letzten Stück, „Dreams of Dreams“, das Antonio Tabucchi gewidmet ist, einem seiner Lieblingsautoren.

Ich hatte mir ein „Köln Concert“ vorgestellt, doch anders als Keith Jarrett unterbrach Martin Listabarth seinen Klaviervortrag zwischen den Stücken und erzählte, wie die Kompositionen entstanden. Das machte ihn sehr sympathisch und baute gleichzeitig eine Brücke ins Publikum. Außerdem blitzte eine weitere Bedeutung des Wortes „Dedication“ durch, denn wie sonst hätte er eine solche Fingerfertigkeit mit den schwarz-weissen Tasten erlangt als durch strenge Hingabe an die Musik. Ach ja, Fußball spielt er auch noch.

Jazz-Pianist Martin Listabarth mit seinem Solo Programm im tube’s und auf martinlistabarth.at

Eran Har Even – World Citizen

Challenge Records
Amsterdam 2020

Ich frühstückte im Retzhof mit den Israelis, die als Shauli Einav-Quintett zum Jazz Festival nach Leibnitz eingeladen waren. Die fünf Musiker kamen aus aller Herren Länder zusammen, der Gitarrist Eran Har Even zum Beispiel lebt in Amsterdam. Beim verabschieden kramte er eine CD aus seinem Gitarrenkoffer: Das ist mein Solo Projekt, hör dirs an. Aber nach einem herzlichen Masel tov! landete das Album vorerst ungehört im Regal und war vergessen. Bis heute.

Als heute Morgen zufällig „World Citizen“ zum Frühstück in meiner Playlist war, horchte ich auf. Jazz genau nach meinem Geschmack. Wer war das?

Eran Har Even als Gitarrist beim Shauli Einav-Quintett

Ich suchte das Album in den Regalen und spielte es mehrmals vollständig von der CD, deren Schachtel aus Plastik, einem Jewelcase, nochmal in einem Kartonschuber steckte, was nicht sehr umweltfreundlich anmutet, und als Verpackung längst vom Digipac abgelöst wurde. Das Artwork war in viel schlichtem Weiß und Beige gehalten und auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber akustisch war die weiße Scheibe jedoch ein Genuss, wie eben die Kompositionen eines Weltbürgers, der, wie ich und viele unserer Generation, alle Landesgrenzen ignoriert hat, unterschiedlichsten Kulturen (und Religionen) begegnet ist und sie schließlich zu seinen macht. Israel ist Heimat, Musik die Welt.

Unterstützt wird er auf dieser Reise von Xavi Torres am Piano, Haggayi Cohen Milo am Bass und dem Schlagzeuger Ivars Arutyunyan, allesamt Namen, die unsereins zwar nicht so leicht im Kopf behält, die man sich aber merken müsste.

Mehr über den Musiker, Komponisten und Musiklehrer – www.eranhareven.com

Christian Muthspiel & Orjazztra Vienna – Homecoming [2CD]

Universal Music Group
VÖ: 19. September 2022

Als ich Anfang August „Homecoming“ in der Grazer Oper live hörte, war auf Besprechungen dieses Doppelalbums ein Embargo bis weit in den Herbst. Also nahm ich mir die 2 CD-dicke Box mit nach Hause und stellte sie vorerst ins Regal zu den anderen Warteliste-CDs. Der Name Christian Muthspiel war mir nicht unbekannt – er gehört schließlich meiner Generation an – aber ich konnte keinen Tune mit ihm in Verbindung bringen. Es kann zwar nicht jeder Joe Zawinul sein, dessen „Weather Report“ rund um die Welt ging, aber Ich glaube, dass ich ihn sogar in den 80ern in Graz gehört habe. Eine Zusammenarbeit mit Ernst Jandl fiel mir noch ein, aber das war keine Big Band wie das Orjazztra Vienna.

Das Orjazztra Vienna © Gangway Music Reviews
Christian Muthspiel © ORF Joseph Schimmer

Das ORJAZZTRA VIENNA sind Lisa Hofmanninger, Astrid Wiesinger, Ilse Riedler, Fabian Rucker, Robert Unterköfler, Florian Bauer (reeds), Gerhard Ornig, Dominik Fuss, Lorenz Raab, Alois Eberl, Daniel Holzleitner, Christina Baumfried (brass), Philipp Nykrin (p), Beate Wiesinger (e-b), Judith Ferstl (acc-b), Judith Schwarz, Marton Juhasz (dr, perc), Christian Muthspiel (cond, composition, musical director).

Was mir beim erneuten Anhören dieser Aufnahmen, die im Porgy & Bess inmitten der Pandemie „live ohne Publikum“ entstanden sind, auffällt, ist die Deutlichkeit der Referenzen der Kompositionen zu den Titeln derselben. Namensgebung scheint bei vielen Stücken anderer Kollegen wie zufällig oder nur vom Komponisten selbst nachvollziehbar. Hier erschaffen Instrumente – ein jeweils sechsköpfiger Holz- und Blechbläsersatz, zwei Schlagwerke, zwei Bassistinnen und ein Klavier – ganz ohne Worte Klangwelten, die vom Untergang des blauen Planeten erzählen.

Homecoming, übrigens der einzige Tune ohne Solisten, skizziert das tiefe Gefühl, wieder Daheim zu sein. Von da an gehts bergab, durch die Zerstörung unseres Lebensraumes bis zum letzten Überlebenden, und endet mit einem Requiem.

Die „Lyrics“ übernehmen dabei die Solisten mit unantastbarer Virtuosität. Sie sind großteils eine Generation jünger als der mittlerweile ergraute Meister, aus dessen Feder alle Kompositionen und Arrangements stammen, aber sie harmonieren ganz wunderbar und haben offenbar noch Spielraum für Improvisationen.

Homecoming muss man öfter hören. Die Wucht des Tribal Dance, die Zärtlichkeit der Open Strings. In seiner Diversität liegt die Kraft dieses Albums. Da kann man sich durchaus einbilden, Spuren von Philip Glass gehört zu haben. Gewidmet hat er es den Jazzgrößen Carla Bley und Steve Swallow.

Das Orjazztra Vienna wird im Oktober auf Tournee gehen.
Infos: www.christianmuthspiel.com

Gerald Ganglbauer

Spinifex – Beats The Plague

trytone
Amsterdam 2021

Mit Spinifex, diesen lästig-spitzen Grasbüscheln, habe ich vorwiegend in Western Australia Bekanntschaft gemacht. Die Samenkugelchen sind überall und Thongs schützen nicht davor, weshalb ich mir gut vorstellen kann, dass das Corona Virus keine Chancen hat, in dem heiß-trockenen Klima zu überleben. Und wenn es doch einen Versuch wagt, bläst ihm das holländische Sextett mit diesem Lockdown-Album den Gar aus.

Kein Vergleich, keine Ähnlichkeit, oder doch? Spinifex in Amsterdam und Spinifex in Western Australia (Photograph by Hesperian, Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Nach drei Coronabedingten Terminverschiebungen waren sie dann doch laut und sehr lebendig im Grazer Stockwerk zu erleben. Mit sechs Mann auf der kleinen Bühne wurde es zwar etwas gedrängt, Jasper Stadhouders quälte seine Gitarre in nur einer Armlänge Abstand zu mir und dem energiegeladenen Philipp Moser, dessen Schlagzeug allein schon die halbe Bühne verschlang. Wir sahen uns regellrecht in die Augen. Diese intime Nähe regte an, mit den Musikern zu kommunizieren, was ich auch tat, wenn ich gerade nicht mit meinem (vorübergehend notwendigen) Gehstock auf den Boden dreschte. Die Ohren schepperten, obwohl Bläser und Schlagwerk ohne Strom auskamen. Es war mitreissend.

In zwei Sets ließen Spinifex das begeisterte Publikum wissen, wie die Pest zu schlagen sei. Mit tracks wie „The Voice Of Dust And Trash“, „Fuck The Pest“ oder „Sex And Pestilence“ bekamen wir musikalische Anleitungen, mit dieser fucking Pandemie zu leben. Alle sechs brachten sich mit kraftvollen Soli ein und diese europäische Mischung aus Musikern überzeugte mit großem Können und experimentellem Einsatz, obwohl keiner von ihnen jemals in Australien war und Spinifex gesehen hat.

Web: spinifexmusic.nl

Gerald Ganglbauer

Achim Kirchmair Trio – Sunkeeper

o-tone music
VÖ: 27.03.2020

Die Hieroglyphen Reinhard Artbergs am Album Cover „trompeten“ ein verschlüsseltes Rätsel hinaus: Achim Kirchmair, Bandleader des Trios mit Ali Angerer und Andjelko Stupar, holt sich als vierten Mann den Slowenen David Jarh. Ob er der geheimnisvolle Sonnenbewahrer ist? Seine samtene Trompete fügt sich jedenfalls wohltuend in die Klänge des Tiroler Gitarristen mit Grazer Vergangenheit und serbischem Rhythmus. In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass ich gerade dieses Album auf der Rückreise von einem Trip ans Meer im Auto hörte. Mit dem Tempomat auf 130 hat es mich auf der Autobahn von Laibach bis Marburg begleitet.

Anders als „Going to Ladakh“, dem letzten Album des Trios, das allein durch die Instrumentierung (Tuba, Gitarre und Schlagzeug) schon unkonventionell klang, fühlt sich der Hörer in „Sunkeeper“ in einer Wolke traditionelleren Jazz, der in seiner Leichtigkeit behütet und sich jedem Tempo anpasst. In den zart gewebten Kompositionen, die zum Großteil aus der Feder Achim Kirchmairs stammen, kommt es immer wieder zu Dialogen zwischen Gitarre und Trompete, ohne sich spielerischer Freiheiten zu verwehren. Die akustische Klammer dafür wird wie bisher vom erprobt kompetenten Schlagzeuger Andjelko Stupar und dem Bassisten Ali Angerer geformt, der für dieses Album die angestammte Tuba gegen ein Saiteninstrument eingetauscht hat.

Achim Kirchmair Trio feat. David Jarh © AKT 2020

„Sunkeeper“ ist ein sanft schwebendes, leichtfüßig schönes Jazz Album, das auf eine weitere Zusammenarbeit der vier Herren nach dem Ende der Pandemie hoffen läßt.

Website: www.achimkirchmair.com

Gerald Ganglbauer

Shake Stew – (A)live!

Traumton Records
Wien 2020

Verflucht nochmal, immer nehme ich mir zuviel Arbeit von Festivals mit nach Hause. Aber wenn es Musik gelingt, meinen schweren Körper mit Leichtigkeit zu bewegen und dunkle Gedanken über die bedrohlich nahe kommenden Regenwolken zu erhellen, ist das wohl eine kurze Besprechung wert.

So verhält es sich mit dem neuen Shake Stew Album „(A)live!“, das erst vor zwei Wochen das Licht der Plattenwelt erblickt hat und deshalb noch nicht so recht weiß, wo es hin gehört. Am Leibnitzer Grottenhof war es beim traditionellen Open Air des 8. Jazz & Wein Jazz Festival Leibnitz 2020 gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das silberne Übertragungsfahrzeug des ORF stand hinter der Bühne und nahm für OE1 jeden leisen Ton auf, während Programmchef Andreas Felber, gebürtiger Salzburger, Jahrgang 1971, seit 1991 in Wien, der launigen Moderation des Bandleaders Lukas Kranzelbinder (Kontrabass, E-Bass und marokkanische Guembri) konzentriert lauschte. Es schien mir, als ob er sich hinter dem gewaltigen Bart, den er seit Beginn der Corona-Krise kultiviert hatte, verstecken wolle.

Nun, wenn der öffentliche Rundfunk quasi durch seine Präsenz allein schon ein Prädikat für eine Band ausstellt, muss sie wohl auf entsprechendem Niveau sein. Und das ist das Septett mit Clemens Salesny (Altsaxophon), Johannes Schleiermacher (Tenorsaxophon und Querflöte), Mario Rom (Trompete), Oliver Potratz (zweiter Bass), Niki Dolp (Schlagzeuger) und Mathias Koch (zweiter Schlagzeuger) bestimmt. Allein schon die Besetzung läßt auf starken Drum and Bass schließen. Und da geht die Post ab.

Eine kleine Anekdote zu „Grillen, grillen und crickets“ etc. musste ich Lukas Kranzelbinder sofort nach dem Konzert erzählen, was ihn zum Lachen brachte, weil er die BBQ Unübersetzbarkeit auch in seiner Einmoderation von „Grilling Crickets in a Straw Hut“ erklärend eingeschlossen hatte. Übrigens auch in schönes Stück um die Guembri zu demonstrieren, aber leider nicht auf „(A)live!“, sondern auf „Gris Gris“ (2019).

Josef Hader: „die grillen“ (ersteigert für Licht ins Dunkel im Dezember 2019)

Kranzelbinder ist ein begnadeter Moderator: allein sein unterschwelliges Verkaufstalent ist bewundernswert, wenn er etwa sagt: „Sie werden sich leer fühlen, wenn das Konzert zu Ende geht“ und hat dazu gleich nach einer kurzen Pause eine Lösung parat: „Kaufen Sie sich eine CD um sie zu füllen“. Und das tut man gerne, denn das Album läßt sich wunderbar beim Autofahren hören. Mit Cruise Control. Dann wird es digitalisiert und bekommt einen Platz bei den anderen signierten Scheiben.

Gerald Ganglbauer

Gnigler – Straight On, Downstairs, 2nd Door Left

col legno music
Wien 2018

Obwohl der Wiener Tenorsaxophonist Jakob Gnigler dieses Sextett bereits vor sieben Jahren gegründet hat, ist es mir erst bei den Austrian Jazzlines 2020 aufgefallen. Ein Debüt Album mit dem schlichten Titel „Gnigler“ erschien 2014 bei Listen Closely, einem „Record Label for Jazz and Improvised Music, Sound and Creative Music“, was auch gleich ein brauchbares Genre liefert. Zeitgenössischer Jazz ist nun mal ein Drahtseilakt zwischen Komposition und Improvisation, ein Experiment, das rätselhaft bleibt. Und das ist gut so, denn auch der Zuhörer muss sich erst im Raum-Zeit-Kontinuum moderner Klänge zurechtfinden. Das letzte, nicht mehr ganz neue Album dekodiert die Methodik und folgt in seiner strengen Klangarchitektur den Ideen des innovativen Komponisten.

Das Sextett des 31-jährigen Bandleaders besteht aus Jakob Gnigler (Tenorsaxophon), Philipp Harnisch (Altsaxophon), Alexander Kranabetter (Trompete), Simon Frick (E-Geige), Judith Ferstl (Kontrabass) und Niki Dolp (Schlagzeug). Die Hälfte der Band saß bei mir im Auto als ich mich nach Mitternacht auf den Heimweg ins gemeinsame Hotel machte. Glücklicherweise geleitet von Google Maps.

Zu guter letzt stellt sich mir nun die Frage, wie ich das Album vorstellen sollte. Jakob Gnigler macht es mir nicht leicht, durch die Titel seiner Kompositionen etwas darüber auszusagen, da er sie bis auf wenige Ausnahmen („Igen“, „Zufznac“, „Kunstgriff 13“) einfach nummeriert, aber nicht einmal in der Reihung auf der Platte. Track 01 ist „eins“, 02 aber schon „sechs“, alles sehr verwirrend. Was sagt das Album selbst?

„Schlussendlich weiß also niemand, was kommen wird. Gut so.“

Gerald Ganglbauer

Tori Freestone Trio – El Mar de Nubes

Whirlwind Recordings
London 2019

I called her Lisa, for she reminded me so much of the quirky Lisa Simpson, the famous cartoon character with the saxophone, who, when she plays, gives a damn about anything else but her music.

Tori Freestone and I met at the Leibnitz Jazz Festival 2017, where she played the opening set in the gorgeous wine cellar with Dave Manington (bass) and Tim Gils (drums). The arrangements left me a little sad, that might be the tenor saxophone as such, or Tori’s mood, that was already shaping the forthcoming album, „El Mar de Nubes“ or Wolkenmeer (The Sea of Clouds).

Backstage I tried to cheer her up with that Lisa thing and I think I succeeded for a little while. She was hanging with me and Peter Purgar, another photographer, and the three of us stayed in touch over the years.

Tori Freestone in Leibnitz, photo by Peter or me, I’m not sure

London calling

Naturally, I recommend her album to anyone who loves Jazz as much as I do. However, you should listen yourself, and what is today’s virus-free way of doing it? Tune in to a live stream tomorrow night at the Vortex Jazz Club!

Facebook or YouTube 8 PM London time

Gerald Ganglbauer

Thilo Seevers Ensemble – Storytelling

TUN Records
Graz 2018

„Das Einzigartige an der Short Story ist, dass wir alle eine erzählen, leben, niederschreiben können“, schrieb Christina Stead, die australische Romanschriftstellerin. Nachzulesen in Michael Wildings Einführung zu Air Mail from Down Under, einem Band voller Kurzgeschichten, erschienen vor vielen Jahren in einer anderen Welt. Aber Geschichten lassen sich nicht nur am Lagerfeuer weiter erzählen. Zur litarischen Ausdrucksform gesellt sich beispielsweise Ausdruckstanz, den schon Urvölker wie die Aborigines praktiziert haben, bis zur Musik, wie jener des jungen deutschen Pianisten Thilo Seevers, der stolz auf eine Ausbildung an der Grazer Kunstuni zurückblicken darf.

Sein Ensemble, zu dem die großartigen Musiker Ivar Roban Krizic (Bass) und David Dresler (Schlagwerk) zählen, hat mit „Story Telling“, Anfang 2018 schon das zweite Jazz Album aufgenommen, wobei er mir persönlich bisher nur als Keyboarder bei Luka Sulzers Saint Chameleon bekannt war.

Ich hatte im Generalihof Gelegenheit, mich mit ihm zu unterhalten und zumindest ein halbes Konzert bis zum urplötzlich im zweiten Set einsetzenden Regenguss live zu erleben – und es bis unter die Haut zu genießen.

Tse im Generalihof, in der Gamsbart Jazz Reihe | Foto © 2019 Gerald Ganglbauer

Die wertvollen Instrumente mussten schnell ins Trockene gebracht werden, und auch ich musste das Verdeck meines Cabrios rasch schliessen. Als Trost gab es für die zahlreichen Besucher CDs zu erwerben, die das Open Air Konzert digital vervollständigten.

Vielleicht höre ich ihn auch bei einem Saint Chameleon Auftritt, deren Debütalbum „Mockingbird“ (auch vom Vorjahr) mir bisher noch nicht unter die Finger gekommen ist. Dabei kenne ich die Band schon seit fünf Jahren und vielen Gigs. Auch gut. Ich werde allenfalls berichten.

Band Info: www.thiloseevers.com

Berndt Luef & Jazztett Forum Graz – Perseverance

Die CD kam mit der Post und einem persönlichem Begleitschreiben „mit swingenden Grüßen“ wobei ich überzeugt bin, dass Berndt Luef kein Swinger ist. Zumindest nicht im Sinne von Menschen mit einem bestimmten promiskuitiven Sexualverhalten, sondern nur mit seinem Vibraphon und den acht Mannen seines Jazztett Forum Graz, das heuer bereits auf 25 swingende Jahre zurückblickt.

Diese Ausdauer würdigt der beharrliche Musiker mit einem Album, das auf sechs Seiten die zumeist vom Haus- und Hof-Jazz-Fotografen Peter Purgar fotografierten  Herren abbildet und zweisprachig die Entstehung der Kompositionen erläutert. Das ist bei Luef wichtig, da man ohne Lyrics die Absichten und den Hintergrund  der Kompositionen nicht mit Erinnerungen an seine Studienzeit oder Wanderungen entlang der Feistritztalbahn zu verknüpfen vermag.

Das Album wird am 3. Mai in der Blue Garage (Frauental) und am 12. Mai im Grazer Forum Stadtpark präsentiert.

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